Auswirkungen der chirurgischen Resektion des Primarius auf das Tumorwachstum und die funktionelle Mikrozirkulation von Knochenmetastasen im murinen Modell in vivo
,
Impact of surgical resection of the primary tumor on tumor growth and the functional microcirculation of bone metastasis in a murine model in vivo
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2010
Medientyp:
Text
Schlagworte:
Tumorperfusion
Metastasenwachstum
Mammacarcinom
610 Medizin, Gesundheit
44.30 Medizinische Grundlagenfächer: Allgemeines
44.65 Chirurgie
44.81 Onkologie
Tumorwachstum
Mikrozirkulation
Tumor
Krebs <Medizin>
Vascular endothelial Growth Factor
ddc:610
Tumorwachstum
Mikrozirkulation
Tumor
Krebs <Medizin>
Vascular endothelial Growth Factor
Beschreibung:
Brustkrebs ist die häufigste maligne Erkrankung bei Frauen weltweit. Trotz der immensen Bedeutung der Metastasenentstehung für die Prognose der Patienten ist bis heute wenig über die Pathophysiologie der Angiogenese von Metastasen, besonders von Knochenmetastasen, bekannt. Um einen Einblick in die Wachstumsdynamik von ossären Metastasen und dessen vaskulärem Hintergrund unter dem Einfluss einer chirurgischen Therapie des Primarius zu bekommen, wurde in dieser Arbeit ein murines Metastasenmodell verwendet. Eine humane Mammakarzinom-Zelllinie wurde als Xenotransplantat in die Versuchstiere implantiert und mit intravitalmikroskopischen Methoden über einen Zeitraum von 25 Tagen beobachtet. In der einen Versuchstiergruppe wurde der Primarius an Tag 5 des Messzeitraums reseziert, in der zweiten Gruppe wurde dieser bis zum Ende der Studie belassen. Es zeigte sich, dass die Knochenmetastasen, die bis zum Ende des Versuchszeitraums unter dem Einfluss eines Primarius standen, ein signifikant verzögertes Wachstum gegenüber den Metastasen in der Gruppe, bei welcher der Primarius an Tag 5 reseziert wurde, zeigten. Diese Veränderungen im Wachstumsverhalten der Metastasen gingen mit einer signifikant erhöhten Gewebsperfusionsrate einher. Als Ursache für die gefundenen Unterschiede wird eine Hemmung der Angiogenese mit einer daraus resultierenden Minderperfusion der Metastase durch die Anwesenheit des Primarius angenommen. Hierdurch kommt es zu einem verzögerten Metastasenwachstum im Knochen. Aus diesen Ergebnissen lässt sich für die Klinik schließen, dass Tumorpatienten von einer perioperativen antiangiogenen Therapie profitieren könnten. Das in dieser Arbeit genutzte Modell zur Untersuchung der Interaktion von Primarius und Metastase und deren Abhängigkeit von der mikrovaskulären Umgebung sollte in weiteren Arbeiten verwendet werden, um zu zeigen, dass die erzielten Ergebnisse auch für andere Tumorzelllinien gelten. Hierbei wären größere Versuchstierzahlen und ein längerer Studienzeitraum wünschenswert.