35,3 Millionen Menschen leben weltweit mit HIV, 69% von ihnen im subsaharischen Afrika. Dank der antiretroviralen Therapie sind die Überlebenszeiten der betroffenen Patienten heutzutage verlängert. Jedoch treten immer mehr Späterscheinungen der HIV-Infektion auf. Das Ziel dieser Arbeit war die Prävalenz und das Spektrum von kardiovaskulären Erkrankungen bei HIV-positiven Patienten in Ghana zu determinieren. Es wurden 200 Teilnehmer von Juli bis Dezember 2010 in der HIV-Ambulanz des Komfo Anokye Teaching Hospital, Kumasi, Ghana eingeschlossen. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass kardiovaskuläre Erkrankungen bei HIV-infizierten Patienten auch in Kumasi ein ernstzunehmendes gesundheitliches Problem sind. 21,1% der Patienten unserer gesamten Studienkohorte wiesen eine oder mehrere kardiale Dysfunktionen auf. Die häufigsten kardialen Diagnosen waren Perikarderguss (24,0%), linksventrikuläre systolische Dysfunktion (20,6%) und pulmonaler arterieller Hochdruck (20,0%). Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit ähnlichen Studien, die in anderen afrikanischen Ländern durchgeführt wurden. Daher empfehlen sich ein erhöhtes Bewusstsein für die Problematik und die Einrichtung eines Screening-Programmes von HIV-positiven Patienten zur frühzeitigen Erkennung kardialer Probleme. So könnte eine adäquate Behandlung früher erfolgen und möglicherweise eine Reduktion der Morbidität und Mortalität erreicht werden. Im Gegensatz zu anderen Studien bestand zwischen den sozio-demografischen Angaben der Patienten und deren kardiovaskulären Dysfunktionen kein Zusammenhang. Weiterhin zeigten unsere Patienten kein einheitliches Bild bei Betrachtung der kardialen Dysfunktionen und dem Immunstatus. In der Literatur ist das Auftreten einer kardialen Erkrankung meist mit einem niedrigen Immunstatus assoziiert.