Femizide in Deutschland:#keine mehr

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Autor/in:
Verlag/Körperschaft:
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Erscheinungsjahr:
2020
Medientyp:
Text
Beschreibung:
  • Femizide – was soll das eigentlich sein? Femizide werden die Tötung von Frauen* und Mädchen* aufgrund von tiefliegendem Frauen*hass genannt. Das Phänomen und die Debatte um ihre gesellschaftlichen Bedingungen kennen wir hauptsächlich aus Lateinamerika und speziell aus Argentinien, wo unter der Losung «Ni una menos» («Nicht eine weniger») seit Juni 2015 Hundertausende gegen Femizide auf die Straße gegangen waren. In massiven und vielfältigen Protesten wurde der gesellschaftlichen Praxis, Tötungen von Frauen* als Einzelfälle abzutun, eine kollektive Stimme entgegengesetzt. Angeklagt wurde das dahinterliegende System – ein System, das dazu führt, dass Frauen* auf allen Ebenen auf unterschiedliche Weise abgewertet werden und deshalb mal mehr und mal weniger subtil Objekte von Hass werden.

    Die Mobilisierungen in Argentinien wurden seither in einer Vielzahl anderer Länder aufgegriffen und haben zentrale Impulse für eine transnational vernetzte feministische Streikbewegung gegeben. In Deutschland ist es nicht leicht, an die Bewegung anzuknüpfen, da es noch an Bewusstsein dafür fehlt, dass Femizide auch in Deutschland stattfinden. Dabei wurden im vergangenen Jahr 117 Frauen* von ihren (Ex-)Partnern getötet, 191 entkamen dem Versuch. Das bedeutet, dass alle 28 Stunden ein Mann versucht «seine» Frau zu töten. Über die genaueren Umstände, auch zu jenen 158 Frauen*, die 2019 außerhalb von Partnerschaften umgebracht wurden, fehlen Informationen.

    Die Rosa-Luxemburg-Stiftung legt in Zusammenarbeit mit der Initiative #keinemehr nun die erste Publikation zu Femiziden in Deutschland vor. Sie möchte ins Thema einführen, Bewusstsein für die Situation in Deutschland schaffen, auf die Arbeit politischer Initiativen hinweisen und konkrete Praxisbeispiele geben.
  • Femizide – was soll das eigentlich sein? Femizide werden die Tötung von Frauen* und Mädchen* aufgrund von tiefliegendem Frauen*hass genannt. Das Phänomen und die Debatte um ihre gesellschaftlichen Bedingungen kennen wir hauptsächlich aus Lateinamerika und speziell aus Argentinien, wo unter der Losung «Ni una menos» («Nicht eine weniger») seit Juni 2015 Hundertausende gegen Femizide auf die Straße gegangen waren. In massiven und vielfältigen Protesten wurde der gesellschaftlichen Praxis, Tötungen von Frauen* als Einzelfälle abzutun, eine kollektive Stimme entgegengesetzt. Angeklagt wurde das dahinterliegende System – ein System, das dazu führt, dass Frauen* auf allen Ebenen auf unterschiedliche Weise abgewertet werden und deshalb mal mehr und mal weniger subtil Objekte von Hass werden.

    Die Mobilisierungen in Argentinien wurden seither in einer Vielzahl anderer Länder aufgegriffen und haben zentrale Impulse für eine transnational vernetzte feministische Streikbewegung gegeben. In Deutschland ist es nicht leicht, an die Bewegung anzuknüpfen, da es noch an Bewusstsein dafür fehlt, dass Femizide auch in Deutschland stattfinden. Dabei wurden im vergangenen Jahr 117 Frauen* von ihren (Ex-)Partnern getötet, 191 entkamen dem Versuch. Das bedeutet, dass alle 28 Stunden ein Mann versucht «seine» Frau zu töten. Über die genaueren Umstände, auch zu jenen 158 Frauen*, die 2019 außerhalb von Partnerschaften umgebracht wurden, fehlen Informationen.

    Die Rosa-Luxemburg-Stiftung legt in Zusammenarbeit mit der Initiative #keinemehr nun die erste Publikation zu Femiziden in Deutschland vor. Sie möchte ins Thema einführen, Bewusstsein für die Situation in Deutschland schaffen, auf die Arbeit politischer Initiativen hinweisen und konkrete Praxisbeispiele geben.
Lizenz:
  • info:eu-repo/semantics/openAccess
Quellsystem:
Forschungsinformationssystem der UHH

Interne Metadaten
Quelldatensatz
oai:www.edit.fis.uni-hamburg.de:publications/57a47721-4fb3-4f21-96c9-bb9422dd935b