Kinder und Jugendliche mit Handicap

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Autor/in:
Beteiligte Personen:
  • Deinet, Ulrich
  • Sturzenhecker, Benedikt
Verlag/Körperschaft:
VS Verlag für Sozialwissenschaften
Erscheinungsjahr:
2013
Medientyp:
Text
Schlagworte:
  • Offene Jugendarbeit / Aufsatzsammlung
  • Social sciences
  • Social work
Beschreibung:
  • „Handicap“ ist in Deutschland weder ein sozialrechtlich normierter, noch fachwissenschaftlich verwandter, sondern ein in unterschiedlichen Zusammenhängen auf Nachteile verweisender Begriff (am bekanntesten dürfte das Golf-Handicap sein). Gleichwohl wird er international und national auch im Sinn von Behinderung verwendet. Ursprünglich im englischen als Gerechtigkeitsimpuls entstanden, nämlich in Bezug auf das Ausgleichen von Vorteilen, indem im Sport der Bessere ein Handicap auferlegt bekam, setzte sich schnell die Bedeutung als das Wettmachen von Nachteilen durch. Der Begriff verweist also auf die soziale Kategorie der Benachteiligung und erlaubt somit eine Verbindung mit den Zielgruppen, die in diesem Kapitel ebenfalls gesondert neben den lebensalter- und geschlechtsbezogenen Gruppen behandelt werden, nämlich Kinder und Jugendliche in Armutslagen und solche mit Migrationshintergrund. Im Zusammenhang des vorliegenden Handbuches wird der Handicap-Begriff nicht euphemistisch verwandt, weil er möglicherweise weniger stigmatisiert, sondern um mit dem Behinderungsbegriff häufig verwobene Differenzvorstellungen im Sinne individueller Problemlagen, die gleichsam kausal aus vorrangig körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen hervorgehen, zu problematisieren und insbesondere, um die sozialrechtlich manifestierten Trennungslinien zwischen dem SGB VIII und dem SGB XII im Kinder- und Jugendbereich nicht von vornherein zu evozieren, sondern dem offenen Charakter der KJA auch einen offeneren Begriff beizustellen. Unter Berücksichtigung, aber unabhängig von sozialrechtlichen Statuszuweisungen, sollen deshalb Problematiken erschwerter Lern- und Entwicklungsprozesse verdeutlicht werden, die einerseits für die OKJA bereits relevant sind, z. B. durch den Auftrag der Berücksichtigung belasteter Lebenssituationen und andererseits im Sinne der grundsätzlichen Offenheit der Angebote für alle Kinder und Jugendlichen noch einer eigenen Thematisierung unter dem Aspekt der gleichberechtigten Inklusion und Partizipation bedürfen.
Lizenz:
  • info:eu-repo/semantics/closedAccess
Quellsystem:
Forschungsinformationssystem der UHH

Interne Metadaten
Quelldatensatz
oai:www.edit.fis.uni-hamburg.de:publications/50130038-614b-44b2-8111-a7bbb460cc1c