Authentizität im peer-to-peer Wohntourismus – Eine Untersuchung der Onlineplattformen Airbnb und Couchsurfing auf Grundlage einer Soziologie des Wohnens
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2020
Medientyp:
Text
Schlagworte:
Airbnb
Couchsurfing
Onlineplattform
Authentizität
Wohntourismus
Wohnsoziologie
Tourismussoziologie
300: Sozialwissenschaften, Soziologie
71.00: Soziologie: Allgemeines
Wohnsoziologie
Authentizität
Tourismusforschung
Privatquartier
Sharing Economy
Online-Community
Tourismus
ddc:300:
Wohnsoziologie
Authentizität
Tourismusforschung
Privatquartier
Sharing Economy
Online-Community
Tourismus
Beschreibung:
Onlineplattformen zur Vermittlung von peer-to-peer Unterkünften versprechen ihren User*innen authentische Erlebnisse, weil diese statt in einem Hotel zu übernachten, die Wohnung eines anderen Menschen als Reiseunterkunft wählen. Sie erklären diese Art der Unterkunft und insbesondere die dortigen vielfältigen Spuren des Alltagslebens ihrer regulären Bewohner*innen zu Kennzeichen von Authentizität. Die Dissertation untersucht am Beispiel von Airbnb (www.airbnb.de) und Couchsurfing (www.couchsurfing.com), wie und durch wen derartige Zuschreibungen von Authentizität vorgenommen, begründet und gegenüber anderen behauptet wird. Aus theoretischer Perspektive müssen für dieses Vorhaben zunächst die Grundlagen einer Soziologie des Wohnens entwickelt werden, denn obwohl „Wohnung“ und „bewohnen“ im alltäglichen Sprachgebrauch gängige Vokabeln sind, fehlt wissenschaftlich bislang an definitorischer Eindeutigkeit. Die Dissertation adressiert dieses theoretische Desiderat, wobei sie von einem relationalen Verständnis der Räume und Ortes des Wohnens sowie den Praktiken des (Be)Wohnens ausgeht. Sie bettet diese neu gewonnenen Grundlagen sodann in einen tourismuswissenschaftlichen Kontext ein, um die weltweite Vermittlung von peer-to-peer Übernachtungsmöglichkeiten über Onlineplattformen theoretisch erfassen zu können. Für dieses Phänomen wählt und definiert sie den Begriff „peer-to-peer Wohntourismus“. Diese Art von Tourismus fußt im Wesentlichen darauf, dass sie drei unterschiedliche Zuschreibungen von Authentizität vornimmt. Diese entstehen durch verschiedene Prozesse von Authentisierungen: Ortsspezifische Authentisierungen beziehen sich auf das Authentisieren von Wohnorten; in räumlichen Authentisierungen wird das fremde Wohnen als authentisch deklariert; eine interaktive Authentisierung erklärt die Beziehung zwischen temporären und regulären Bewohner*innen (Gast und Gastgeber*in) als authentisch. Entlang einer (n)ethnographischen Forschungshaltung legt die Dissertation für die beiden Fallbeispiele Airbnb und Couchsurfing offen, auf welche Arten von Authentisierungen sich die beiden betreibenden Unternehmen, ihre Infrastrukturen, die angebotenen peer-to-peer Unterkünfte sowie ihre jeweiligen User*innen berufen. Abstrahiert von den zwei Fallbeispielen, hebt die empirische Analyse hervor, dass peer-to-peer Wohntourismus als Phänomen fortschreitender Globalisierungsprozesse auf dem Wunsch des physischen Erlebens des Lokalen beruht.