Missing Minorities (MIMI) ist ein Forschungsprojekt der European Blood Alliance, das darauf abzielt, neue Strategien zur Anwerbung von Blutspendern aus Minderheitsgruppen zu entwickeln. Die vorliegende Abhandlung leistet einen Beitrag zu diesem Großprojekt, indem sie die Daten der 2011 durchgeführten deutschen Sozio-oekonomische Panel (SOEP) Studie analysiert, im Rahmen derer über 20.000 Personen zu ihrer Beteiligung an Blutspenden befragt wurden. Die Autoren identifizieren aus dieser Stichprobe 1.726 potenzielle Blutspender aus unterschiedlichen Minderheitsgruppen. Mittels der logistischen Regressionsanalyse werden die Unterschiede zwischen Blutspendern und Nicht-Blutspendern mit Migrationshintergrund untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Nicht-Blutspender anderen Personen bedeutend weniger Vertrauen entgegenbringen, das Internet weniger nutzen und über eine wesentlich geringere deutsche Lesefertigkeit verfügen. Beruhend auf diesen Ergebnissen diskutieren die Autoren die im Missing-Minorities (MIMI)-Projekt herausgestellten gegenwärtigen Praktiken bei der Anwerbung von Blutspendern aus Minderheitsgruppen. Des Weiteren werden vielversprechende Taktiken für die Verantwortungsträger im Zusammenhang mit Blutspenden sowie zukünftige Forschungsbereiche abgeleitet.