Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2010
Medientyp:
Text
Schlagworte:
Kinderheilkunde
Kinderkardiologie
Kinderkardiochirurgie
Univentrikuläres Herz
Fontan Zirkulation
610 Medizin, Gesundheit
44.65 Chirurgie
44.67 Kinderheilkunde
44.85 Kardiologie, Angiologie
ddc:610
Beschreibung:
Selten hat in den letzten Jahrzehnten ein Operationsverfahren so viele Modifikationen erfahren wie die Fontan-Operation. Eine dieser Modifikationen beinhaltet die Fenestration. Diese wird insbesondere bei Risikopatienten mit der Vorstellung angewandt, dass es durch die Fenestration zu einer Reduktion des venösen Drucks und einer Steigerung der Vorlast kommt, mit der Konsequenz eines verbesserten kardialen Outputs. Damit einhergehend sind in der Literatur eine verkürzte Beatmungszeit sowie ein reduzierter Drainagenfluss beschrieben. Als Nachteile der Fenestration werden erniedrigte transkutane Sauerstoffsättigungen, die potentielle Notwendigkeit eine Intervention zwecks Verschlusses sowie das Risiko von thromboembolischen Ereignissen beschrieben. Die vorgelegte prospektive Evaluationstudie stellt eine neue Technik der Fenestration von der Vena anonyma auf den gemeinsamen Vorhof vor und vergleicht diese mit etablierten Verfahren. Die peri- und postoperativen Ergebnisse sind vielversprechend. Die Durchführung der Fenestration ist sicher und führt zu keiner Verlängerung der Herzlungenmaschinenzeit. Die frühzeitige Mortalität liegt bei null Prozent. Bei Patienten mit sicher nachgewiesener Fenestration am Entlassungstag konnten tendenziell niedrigere Beatmungszeiten nachgewiesen werden. Die VerweildaueraufderIntensivstationsowiedieGesamtkranken- hausverweildauer waren ebenfalls tendenziell niedriger. Statistisch signifikant war die Reduktion der Drainagenflussmenge. Ein Spontanverschluss innerhalb der ersten sechs Monate konnte bei 13 von 15 nachuntersuchten Patienten festgestellt werden. Unseren Ergebnissen zufolge bietet dieses Verfahren eine sichere Fenestration innerhalb der ersten postoperativen Tage mit den daraus resultierenden VorteilendesvermindertenDrainagenflussesundderverkürzten Beatmungszeit. Die in der Literatur beschriebenen Nachteile einer Fenestration sind auf Grund der hohen Rate an Spontanverschlüssen nicht gegeben. Eine höhere Fallzahl sowie die Kontrolluntersuchung der Fenestration innerhalb der ersten drei postoperativen Tage sollten in Zukunft weiteren Aufschluss über die Effizienz dieser Art der Fenestration geben.