Hintergrund: Interventionen zur Steigerung des theoretischen Ernährungswissens haben nur begrenzt Einfluss auf das Ernäh-rungsverhalten (Wardle et al., 2000). Möglicherweise sind Inter-ventionen zur Stärkung der food literacy erfolgsversprechender. Derzeit ist jedoch kein deutschsprachiges Messinstrument verfüg-bar, um die food literacy von Erwachsenen zu erfassen. Ziel war es daher, ein Instrument zur Erfassung der food literacy zu entwickeln und zu evaluieren.Methoden: Mittels einer systematischen Literaturrecherche wur-den zunächst verfügbare Erfassungsinstrumente für die vier Berei-che „Planen und Organisieren“, „Auswählen“, „Zubereiten“ und „Mit Genuss essen“ des food literacy-Modells nach Vidgen & Gallegos (2014) identifiziert. Geeignete Items o. g. Erfassungs-instrumente wurden übersetzt, ggf. modifiziert und weitere Items hinzugefügt, um die vier Bereiche der food literacy abbilden zu können. Zur Überprüfung der Reliabilität wurde der Fragebogen im Test-Retest-Design (1 Woche wash-out) bei 51 Studierenden der Gesundheitsförderung (44 w/7 m) zweimal eingesetzt. Zur Aus-wertung wurde auf Unterschiede (t-Test für gepaarte Stichproben, alpha = 0,05) geprüft und der Bias sowie die limits of agreement (LoA) mittels Bland-Altman Plots bestimmt.Ergebnisse: Der entwickelte food literacy-Fragebogen umfasst 23 Items mit maximal 62 zu erreichenden Punkten. Die von den Studierenden erzielten Punkte unterscheiden sich nicht zwischen den Messzeitpunkten (M 1: 38,98 ± 5,74 Pkt, M 2: 39,39 ± 6,23 Pkt (p = 0.184). Der Bias betrug - 0,41 ± 2,16 Pkt (LoA: - 4,73 bis + 3,91 Pkt).Schlussfolgerung: Der entwickelte deutschsprachige food litera-cy-Fragebogen weist eine sehr hohe Reliabilität auf. Die Ergebnisse einer Validitätsprüfung sind abzuwarten, bevor der Fragebogen z.B. zur Evaluation von Maßnahmen der Ernährungs- und Ver-braucherbildung eingesetzt werden kann.