Training einer endoskopischen Methode zur Surfactanttherapie bei Frühgeborenen: Eine randomisierte, kontrollierte Studie mit einem hoch realistischen Atemwegssimulator
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2022
Medientyp:
Text
Schlagworte:
610: Medizin
ddc:610:
Beschreibung:
Zielsetzung: Wir haben eine endoskopische, weniger invasive Surfactantverabreichungsmethode (E-LISA) entwickelt, um eine direkte Laryngoskopie während der Surfactantsubstitutionstherapie zu vermeiden, und zwei Trainingsansätze an einem Simulator für Frühgeborene mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (VLBW) verglichen. Studiendesign: Diese randomisierte kontrollierte Studie wurde an der Klinik für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf durchgeführt. Proband*innen: Wir rekrutierten Ärzt*innen, Auszubildende, Studierende und Pflegepersonal ohne vorherige Erfahrung in endoskopischen Techniken. Intervention: Die Proband*innen wurden nach dem Zufallsprinzip einer Gruppe zugeteilt, die eine Schulung nach dem Four-Step-Approach von Peyton erhielt, und einer Kontrollgruppe, die nur den Standardunterricht am Krankenbett erhielt. Primäre Endpunkte waren der Erfolg der Methode sowie die Gesamt- und Teilzeiten, die für die Platzierung des Endoskops benötigt wurden. Ergebnisse: Wir rekrutierten 186 Proband*innen. Im Vergleich zur Kontrollgruppe hatte die Peytongruppe eine geringere mittlere (±Standardabweichung) E-LISA- Abschlusszeit (33,2 ± 27,5 s vs. 79,5 ± 47,9 s, p < 0,001; d = 1,12) und eine höhere E-LISA-Erfolgsrate (95% vs. 84%, p = 0,036, V = 0,18). Schlussfolgerungen: Nach einem standardisierten Training konnte die überwiegende Mehrheit der Novizen E-LISA erfolgreich abschließen. Der vierstufige Ansatz von Peyton führte zu einer schnelleren und erfolgreicheren Durchführung als das standardisierte Training. E-LISA, das die direkte Laryngoskopie vermeidet, könnte eine vorteilhafte alternative Methode zur Verabreichung von Surfactant bei Frühgeborenen darstellen.