Das Verhältnis zwischen Mensch und Natur erlebt eine dramatische Umwälzung. Wurde Natur zunächst als Bedrohung durch Naturgewalten und Quelle von Ressourcen erfahren, entwickelte sie sich zum scheinbar unerschöpflichen Reservoir für ihre technisch-industrielle Ausbeutung und wird nun als verletzlich und zerstörbar erfahren, als kostbares Gut, das gehütet und bewahrt werden muss. Das Überschreiten planetarer Grenzen durch Umweltzerstörung, Artensterben und Klimawandel aktiviert Prozesse, die das Erdsystem zum Kippen bringen und eine destruktive Gewalt entfalten können, die die von der Menschheit manipulierte Natur mehr denn je als existenzielle Sicherheitsbedrohung und Konfliktpotenzial erscheinen lässt.