Prognostische und diagnostische Wertigkeit von Nucleated Red Blood Cells bei Intensivpatienten mit und ohne Sepsis
,
Prognostic and diagnostic prediction of the appearance of Nucleated Red Blood Cells in Patients with and without Sepsis
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2011
Medientyp:
Text
Schlagworte:
Nucleated Red Blood Cells1
Sepsis2
Intensivpatienten3
Nucleated Red Blood Cells1
Sepsis2
610 Medizin, Gesundheit
44.69 Intensivmedizin
ddc:610
Beschreibung:
Mit ca. 60.000 Todesfällen pro Jahr stellt die Sepsis die dritthäufigste Todesursache in Deutschland dar. Die Möglichkeiten für eine frühzeitige Diagnosesicherung und eine Identifikation von Hochrisikopatienten sind noch verbesserungswürdig.DasAuftretenvonNRBCaußerhalbder Neugeborenenperiode ist unphysiologisch und mit einer erhöhten Mortalität vergesellschaftet. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Nachweis von NRBC bei Intensivpatienten mit einer deutlich erhöhten Morbidität und Mortalität verbunden ist. Die Nachweismethoden haben sich dank der Durchflusszytometrie deutlich vereinfacht und können kostengünstiger gestaltet werden. Diese Studie sollte prüfen, ob ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von NRBC und dem Nachweis einer Sepsis bzw. der Mortalität bei Sepsispatienten besteht. Insgesamt kann ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Auftreten NRBC und der ICU-Mortalität beim gesamten Patientenkollektiv gezeigt werden. Einen Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Sepsis bleiben die NRBC allerdings schuldig. In der Sepsisgruppe können die NRBC klar zwischen Verstorbenen und Überlebenden differenzieren. Es ist nachweisbar, dass erhöhte NRBC-Werte mit dem deutlich erhöhten Risiko zu versterben einhergehen. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die Anzahl der NRBC im peripheren Blut nicht als Sepsis-Marker dienen kann. Dennoch konnte sie in Bezug auf die individuelle Mortalität eine höhere Sensitivität und Spezifität als bisher gut validierte Verlaufsscores erzielen. Es ist anzunehmen, dass die NRBC-Zahl sich damit gut zur Identifikation von Hochrisikopatienten eignet bzw. eine genauere Individualprognose ermöglichen kann. In weiteren Studien mit größeren Patientenzahlen muss geklärt werden, ob diese Hypothese eine klinische Bedeutung erhalten wird.