Untersuchungen zur Binarität von Geschlecht im Kontext transsexueller Entwicklungen : Historische, entwicklungspsychologische und neurobiologische Perspektiven
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2012
Medientyp:
Text
Schlagworte:
610 Medizin, Gesundheit
44.74 Sexualmedizin
77.85 Sexualpsychologie
Transsexualismus
Transgender
Geschlecht
Sexualwissenschaft
Psychotherapie
ddc:610
Transsexualismus
Transgender
Geschlecht
Sexualwissenschaft
Psychotherapie
Beschreibung:
Der Autor hat im Rahmen seiner kumulativen Dissertation die Bedeutung der Binarität von Geschlecht auf das Phänomen Transgender aus drei verschiedenen Perspektiven untersucht. Einen historischen Zugang verfolgte er in einer Arbeit, die den bisherigen professionellen Umgang mit Transgender-Menschen sowohl in Bezug auf das ätiologische Verständnis (biologisch vs. psycho-sozial) als auch auf etablierte Behandlungsmöglichkeiten für Transgender-Menschen (somatisch vs. psychotherapeutisch) qualitativ analysiert. Im Rahmen einer empirischen Multicenter-Studie, die in vier Europäischen Ländern durchgeführt wird, testete er eine neuen Weg, die Erstmanifestation einer Transgender-Entwicklung zu erfassen und prüfte, wie sich betroffene Menschen diesbezüglich voneinander unterscheiden. Zuletzt hat er im Zuge einer ausführlichen Literaturübersicht zur Neurobiologie des Phänomens Transgender genetische, neuroendokrinologische, neurostrukturelle und -funktionelle Befunde zusammengefasst und die jeweilige Relevanz für Ätiologie und Therapie diskutiert. Insgesamt lässt sich aus den Befunden des Autors schließen, dass es sowohl in der Erforschung als auch in der Versorgung des Phänomens Transgender darauf ankommt, Uneindeutigkeiten in Bezug auf Geschlecht und Identität abbilden zu können. So konnte er zeigen, dass die unhinterfragte Annahme der Binarität von Geschlecht im Kontext von Transgender in Forschungsprojekten ebenso die Qualität der Befunde einschränkt wie in der Versorgung von Transgender-Menschen die Qualität der therapeutischen Beziehung.