Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2005
Medientyp:
Text
Schlagworte:
610 Medizin, Gesundheit
44.91 Psychiatrie, Psychopathologie
Evolution
Evolutionstheorie
Darwinismus
Neodarwinismus
Psychiatrie
Psychopathologie
Transkulturelle Psychiatrie
Evolutionsbiologie
ddc:610
Evolution
Evolutionstheorie
Darwinismus
Neodarwinismus
Psychiatrie
Psychopathologie
Transkulturelle Psychiatrie
Evolutionsbiologie
Beschreibung:
Die vorliegende Arbeit stellt zunächst die darwinistischen Theorien und ihre neodarwinistischen Ergänzungen dar. Des Weiteren wird der Einfluss moderner evolutionärer Theorien auf die Interpretation menschlicher Psychopathologien von den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis hin zu aktuellen Darstellungen vorgestellt und erläutert. Dabei kann gezeigt werden, dass die Anbindung psychiatrischen Denkens an moderne evolutionäre Modelle zu graduell unterschiedlichen Auslegungen im Hinblick auf die Interpretation menschlicher Psychopathologie geführt hat. Im Gegensatz zu älteren, bis in die 1980er Jahre formulierte, eher spekulativ begründete evolutionäre Erklärungsansätzen, steht die neodarwinistisch fundierte evolutionäre Psychiatrie aber mit ihrer Theoriebildung in einen wissenschaftlich gut untersuchten und überprüfbaren Rahmen, von wo aus sie wertvolle, nicht nur heuristische Beiträge für das psychiatrische Fachgebiet erbringen kann. Es wird darüber hinaus gezeigt, dass die menschliche Psychopathologie aufgrund unserer evolutionären Entwicklung und der nachzuzeichnenden Koevolution von Kognition und Emotion eine unausweichliche Option menschlichen Seins darstellt. Die Bedeutung einer evolutionären Methodik für die psychiatrische Konzeptbildung wird in einer sich anbietenden metatheoretischen Rahmenbildung zur Vereinheitlichung verschiedenster Interpretations- und Untersuchungsebenen des psychiatrischen Fachgebietes gesehen. Ebenso wird der Versuch unternommen, die aktuell wachsende Anziehungskraft biologisch-evolutionärer Interpretationen menschlichen Verhaltens im gesellschaftlichen Kontext zu erklären und diese mit der zunehmenden Verdünnung emotionaler Beziehungssicherheit in Verbindung gebracht. Darüber hinaus werden resultierende mögliche therapeutische Zugänge präsentiert und anhand von Kasuistiken klinisch dargestellt.