Aggression und Suizidalität bei schizophrenen Patienten mit und ohne komorbide substanzbezogene Störungen , Aggression and suicidality among schizophrenic patients with and without comorbid substance use disorders

Link:
Autor/in:
Beteiligte Person:
  • Naber, Dieter (Prof. Dr.)
Verlag/Körperschaft:
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2009
Medientyp:
Text
Schlagworte:
  • Doppeldiagnose
  • Substanzbezogene Störungen
  • Suizidalität
  • Substanzabusus
  • dual diagnosis
  • 610 Medizin, Gesundheit
  • 44.91 Psychiatrie, Psychopathologie
  • Aggression
  • Aggression <Motiv>
  • Selbstmordgefährdung
  • Selbstmord
  • Schizophrenie
  • Schizophrenie <Motiv>
  • Paranoide Schizophrenie
  • Psychiatrie
  • ddc:610
  • Aggression
  • Aggression <Motiv>
  • Selbstmordgefährdung
  • Selbstmord
  • Schizophrenie
  • Schizophrenie <Motiv>
  • Paranoide Schizophrenie
  • Psychiatrie
Beschreibung:
  • Bei schizophrenen Patienten finden sich hohe Raten komorbider substanzbezogener Störungen. Zahlreiche Studien belegen, dass diese Patienten zusätzliche Probleme aufweisen, etwa eine schwerere Symptomatik, mehr suizidale Verhaltensweisen sowie ein höheres Ausmaß an Fremdaggression. Allerdings wurden entsprechende Studien häufig im forensischen Kontext durchgeführt und erfassten gravierende strafrechtlich relevante Taten. Ziel dieser Untersuchung war es deshalb, neben Suizidalität auch mildere Formen aggressiven Verhaltens, die im klinischen Alltag häufiger anzutreffen sind, zu untersuchen. Methode: N=247 schizophrene Patienten (n=174 mit und n=73 ohne komorbide substanzbezogene Störungen) wurden anhand eines strukturierten klinischen Interviews zu fremdaggressivem und suizidalem Verhalten befragt. Zur Fremdbeurteilung aggressiven Verhaltens wurden zudem Teile der „Brief Psychiatric Rating Scale“ (BPRS) und die „NursesObservation Scale for Inpatient Evaluation“ (NOSIE) eingesetzt. Beide Gruppen wurden in Bezug auf fremdaggressives Verhalten und Suizidalität miteinander verglichen. Ergebnisse: Beide Gruppen zeigten anhand der BPRS-Subskala „Misstrauen/Feindseligkeit“ (t=0.14, df=144.76, p=0.89), des NOSIE-Items „braust schnell auf“ (t=1.09, df= 245.00,p=0.28) sowie des Interviews „Aggression gegenüber Personen“ (t=0.15, df= 243, p=0.88) und „Aggression gegenüber Gegenständen“ (t=0.15, df=241, p=0.88) wenig Unterschiede bezüglich des fremdaggressiven Verhaltens. Die Doppeldiagnosepatienten waren aufgrund der NOSIE-Items lediglich eher „wütend oder ärgerlich“ (t=2.85,df=245. 00, p=0,005) und „reizbar und nörglerisch“ (t=2.34, df=245.00, p=0.02). In Bezug auf Suizidalität waren deutliche Unterschiede festzustellen. Unter den Doppeldiagnosepatienten fanden sich auf der Grundlage des klinischen Interviews signifikant häufiger Suizidgedanken (c2=7.0, df=2, p=0.03), Suizidpläne (c2=10.97, df=2, p=0.004) und Suizidversuche (c2=6.75, df=2.00, p=0.03) in der Vergangenheit. Diskussion: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass aggressive Verhaltensweisen, wie sie im klinischen Alltag anzutreffen sind, bei Doppeldiagnosepatienten überschätzt werden könnten. Autoaggression im Sinne von Suizidgedanken, -plänen und –versuchen scheint hingegen bei Doppeldiagnosepatienten weitaus stärker ausgeprägt zu sein und sollte bei dieser Patientengruppe besonders sorgfältig berücksichtigt werden.
Lizenzen:
  • http://purl.org/coar/access_right/c_abf2
  • info:eu-repo/semantics/openAccess
  • No license
Quellsystem:
E-Dissertationen der UHH

Interne Metadaten
Quelldatensatz
oai:ediss.sub.uni-hamburg.de:ediss/2914