Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2012
Medientyp:
Text
Schlagworte:
Polymorphismus
Hepatische Lipase
HDL-Cholesterin
CORA-Studie
610 Medizin, Gesundheit
44.48 Medizinische Genetik
44.61 Innere Medizin
44.77 Stoffwechselkrankheiten
ddc:610
Beschreibung:
Fragestellung: Die hepatische Lipase ist ein Schlüsselenzym im HDL-Stoffwechsel. Das T-Allel des -514 C/T-Polymorphismus im Promoter des hepatischen Lipase-Gens (LIPC) ist mit einer erniedrigten Aktivität der hepatischen Lipase und erhöhten HDL-Konzentrationen assoziiert. Allerdings sind die Ergebnisse genetischer Assoziationsstudien nicht konsistent. Daten der CORA-Studie wurden mit der Frage analysiert, ob bei Frauen ein Effekt des T-Allels auf das HDL-Cholesterin nachvollzogen werden kann und mit welchen Einflussfaktoren das T-Allel interagiert Zusammenfassung: Die Ergebnisse dieser Studie belegen, dass auch bei Frauen die Assoziation zwischen T-Allel des -514 C/T-Polymorphismus im Promoter des LIPC-Gens und HDL-Cholesterin durch weitere Faktoren moduliert wird. Prämenopausale oder insulinresistente Frauen mit T-Allel haben ein signifikant niedrigeres HDL-Cholesterin als prämenopausale oder insulinresistente Frauen mit einem CC-Genotyp. Die Abhängigkeit vom Menopausestatus könnte erklären, warum der Effekt des T-Allels auf das HDL-Cholesterin bei Frauen bisher nicht überzeugend gezeigt werden konnte. Die Assoziation zwischen T-Allel und Insulinresistenz war überraschend. Bisher wurde vermutet, dass die C/T-Substitution innerhalb einer Bindungsstelle für Insulin liegt, so dass das Insulin die Aktivität der hepatischen Lipase nicht mehr hoch regulieren kann. Weitere unbekannte Interaktionen mit dem T-Allel spielen hier vielleicht eine Rolle. So könnten weitere Gen-Gen-Interaktionen für die heterogenen Ergebnisse der genetischen Assoziationsstudien ursächlich sein.