Zwischen Problemlösungskompetenz und Expertenpopulismus:Positionen von Steuerberater:innen zu Regulierung und Steuerpolitik in Deutschland

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Erscheinungsjahr:
2022
Medientyp:
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  • Der Beitrag untersucht Regulierungsvorstellungen von Steuerprofessionellen in Deutschland im Spannungsfeld von Professionellen und Politik. Steuerprofessionelle sehen sich in der Regel als überlegene Expert:innen und Sündenböcke in der Diskussion um Steuerskandale und weisen der Politik die Schuld an Steuerschlupflöchern zu. Überproblemorientierte qualitative Interviews mit über 40 Steuerprofessionellen aus Deutschland, Liechtenstein und Österreich haben wir untersucht, welche Regulierungsvorstellungen und Problemlösungskompetenz Steuerprofessionelle in Fragen der Steuerpolitik haben. Die Befragung ergab, dass sich viele Befragte eine Reform der Finanzverwaltung wünschen, steuerliche Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung und Wettbewerbsfähigkeit, eine gerechte Verteilung von Steuerlasten und eine Vereinfachung das Steuersystems. Zur Begründung der Forderungen beriefen sich die Professionellen in vielen Fällen auf Grundannahmen, die aus wissenschaftlichen Perspektiven aber hinterfragt werden oder nicht mehr haltbar sind. Die Aussagen können damit nicht als neutrale Expertise eingestuft werden, sondern sind eine Form von Expertenpopulismus. Eine Gestaltung der Steuer- und Finanzsysteme sollte in einer Gesamtperspektive erfolgen, ohne dass die Gesellschaft bei der Lösung politischer Fragen von Professionellen mit spezifischen Sichtweisen und Interessen abhängig wird.
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  • info:eu-repo/semantics/openAccess
Quellsystem:
Forschungsinformationssystem der UHH

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Quelldatensatz
oai:www.edit.fis.uni-hamburg.de:publications/ebd47ce4-739c-4f19-8eca-bf819da0361b