Langzeitverläufe sonografisch diagnostizierter Hydronephrosen bei Kleinkindern

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Autor/in:
Beteiligte Person:
  • Fisch, Margit (Prof. Dr.)
Verlag/Körperschaft:
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2016
Medientyp:
Text
Schlagworte:
  • 610 Medizin, Gesundheit
  • 44.88 Urologie, Nephrologie
  • ddc:610
Beschreibung:
  • Hydronephrosen stellen die häufigste Anomalie des kindlichen Urogenitaltraktes dar, die pränatal sonografisch entdeckt wird. Der Großteil der Fälle ist spontan rückläufig, nur wenige Hydronephrosen müssen operativ korrigiert werden. Diese Studie soll die Frage beantworten ob ein Nierenbecken, das auf über 2 cm aufgeweitet ist, ein höheres Risiko hat operiert zu werden und welche weiteren Risikofaktoren dies begünstigen. Die vorliegende Studie analysiert retrospektiv die Daten von 133 hydronephrotischen Nieren mit einer mittleren Follow-up-Zeit von 2,46 Jahren, die mindestens zwei sonografisch dokumentierte Befunde einer Hydronephrose hatten, von denen einer innerhalb des ersten Lebensjahres erhoben wurde. Folgende Faktoren wurden bezüglich des Operationsrisikos untersucht: Querdurchmesser des Nierenbeckens am pyeloureteralen Übergang, Progredienz des pyeloureteralen Übergangs innerhalb der ersten sechs Lebensmonate, sonografische Parenchymverschmälerung, sonografische Kaliektasie, szintigrafischer Funktionsanteil, szintigrafischer Parenchymdefekt, szintigrafische Abflussstörung, sonografischer Megaureter, fieberhafter Harnwegsinfekt, vesikoureteraler Reflux. Zur statistischen Auswertung wurden der Levene-Test, T-Test, Welch-Test, Chi-Quadrat-Test, Log-rank-Test sowie die Cox-Regression genutzt und ein Signifikanzniveau von p=0,05 vorausgesetzt. Insgesamt erhielten im Verlauf 15 Nieren eine Pyeloplastik, 118 Nieren konnten konservativ behandelt werden. Das Verhältnis von Jungen zu Mädchen betrug 3,6:1, es bestand jedoch kein erhöhtes Operationsrisiko für Jungen. Ein signifikant erhöhtes Operationsrisiko ergab sich für einen Querdurchmesser des Nierenbeckens über 2 cm sowie eine Kaliektasie, eine Parenchymverschmälerung, einen verminderten Harnabfluss oder eine Nierenfunktion unter 40 %. Gleichzeitig stellten eine Progredienz des anterior-posterioren Querdurchmesser des Nierenbeckens innerhalb der ersten sechs Lebensmonate, ein ipsilateraler Megaureter, ein szintigrafischer Parenchymdefekt, ein vesikoureteraler Reflux oder ein Harnwegsinfekt keine signifikanten Risikofaktoren für eine Pyeloplastik dar. Zusammenfassend muss eine Entscheidung zur Pyeloplastik immer individuell getroffen werden. Ein Nierenbecken unter 2 cm Querdurchmesser benötigt selten eine operative Korrektur, sodass eine abwartende Haltung in den meisten Fällen empfohlen werden kann.
Lizenzen:
  • http://purl.org/coar/access_right/c_abf2
  • info:eu-repo/semantics/openAccess
  • No license
Quellsystem:
E-Dissertationen der UHH

Interne Metadaten
Quelldatensatz
oai:ediss.sub.uni-hamburg.de:ediss/6746