Tiefe Hirnstimulation des Nukleus subthalamicus beim idiopathischen Parkinsonsyndrom unter Vollnarkose : Durchführung, klinische Ergebnisse, neurophysiologische Untersuchungen
,
Deep brain stimulation of the Nucleus subthalamicus in Parkinson disease under general anesthesia : procedure, results, neurophysiological analysis
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2014
Medientyp:
Text
Schlagworte:
Deep brain stimulation
STN
general anesthesia
neurophysiology
610 Medizin, Gesundheit
44.90 Neurologie
44.97 Medizinische Spezialfächer: Sonstiges
Hirnstimulation
Parkinson-Krankheit
Elektrophysiologie
Narkose
ddc:610
Hirnstimulation
Parkinson-Krankheit
Elektrophysiologie
Narkose
Beschreibung:
In dieser Arbeit werden die retrospektiven Auswertungen der intra- und postoperativ erhobenen Daten von elf an fortgeschrittenem idiopathischem Parkinsonsyndrom erkrankte Patienten dargestellt, die sich einer THS (tiefen Hirnstimulation) des Ncl. subthalamicus unter Vollnarkose (Propofol / Remifentanil) unterzogen haben. Zum heutigen Zeitpunkt wird nach wie vor bei Parkinson die THS in wachem Zustand als „State of the Art“ angesehen. Dieses Dogma darf relativiert werden. Ähnlich wie andere Arbeiten konnten auch wir zeigen, dass unter Vollnarkose vergleichbare Ergebnisse mit der THS erzielt werden können. In den hier untersuchten Patienten stellte sich postoperativ eine Besserung der motorischen Symptome ein, was sich anhand einer signifikanten Verbesserung in der UPDRS-III widerspiegelte. Die Einnahme parkinsonrelevanter Medikamente, (LEDD konnte um durchschnittlich 45% reduziert werden, so das die hierdurch induzierten Dyskinesien und motorischen Fluktuationen deutlich abnahmen. Die Operation unter Vollnarkose bietet nicht nur die Möglichkeit der neurophysiologischen Ableitung, auch die klinische Beurteilung insbesondere des Tractus corticospinalis ist möglich. Andersherum ist auch in wachem Zustand die klinische Testung nicht immer ohne Einschränkung durchführbar. Die gemessene Neuronenaktivität unter Vollnarkose zeigte charakteristische Entladungsmuster für den Thalamus, STN und SNr, die sich deutlich von den Mustern bei wachen Patienten unterscheiden. Durch neurophysiologische Ableitungen konnten die tiefen Hirnstrukturen klar identifiziert und von den sie umgebenden Strukturen abgegrenzt werden. Die THS wurde bei keinem der Patienten durch ein Fortleiten der Stimulation auf den Tractus corticospinalis eingeschränkt. Die endgültige Wahl des Implantationsortes war bei Patienten unter Vollnarkose ähnlich denen, die im wachen Zustand operiert wurden. Unsere Erkenntnisse stehen in Einklang mit den meisten anderen Studien, dass auch unter Vollnarkose eine sichere und effektvolle THS erzielt werden kann. Es bietet damit eine vergleichbare Alternative zur Durchführung in wachem Zustand, z. B. für ängstliche Patienten und für solche, für die ein Eingriff in wachem Zustand ein hohes Risiko bedeutet.
In this study, retrospective analysis of the data collected intra- and postoperatively of eleven parkinson-patients are presented, who underwent deep brain stimulation (DBS) of the Ncl. subthalamicus (STN) under general anesthesia (propofol / remifentanil). At present DBS in awake patients is still considered as "State of the Art" for the treatment of Parkinson's disease. This dogma must be put into perspective. Similar to other published data we have shown that under general anesthesia comparable results can be achieved. The examined patients presented a postoperative improvement in motor symptoms, which was reflected by a significant improvement in the UPDRS-III scale. The Parkinson-related medication could be reduced by an average of 45%, so that the medication induced dyskinesia and motor fluctuation significantly decreased. The surgery under general anesthesia not only offers the possibility of neurophysiological derivation, the clinical assessment of the corticospinal tract in particular is possible. The measured neural activity under general anesthesia showed characteristic discharge pattern for the thalamus, STN and SNr, which differ significantly from the patterns in conscious patients. By neurophysiological discharges the deep brain structures could be clearly identified and distinguished from the structures surrounding it. No patients showed side effects by a propagating stimulation of the corticospinal tract. The final choice of the implantation site was similar to those clients who undergo surgery in the awake state. Our findings are consistent with most other studies, who could show that under general anesthesia a safe and effective THS can be achieved. It thus offers a comparable alternative to performing the procedure in the awake state, especially for anxious patients and for those for which an intervention in the conscious state can mean a higher risk.