Die chronische Ko-Infektion mit Hepatitis B (HBV) und Hepatitis D (HDV) zählt zu den schwerwiegendsten viralen Lebererkrankungen mit hoher Morbiditätsrate und limitierten Therapieoptionen. Wenig ist über die zellulären Abwehr- und Kontrollmechanismen bekannt. In dieser Promotionsarbeit sollten nun die Breite sowie Spezifität der HDV-spezifischen T-Zellantwort in einer Kohorte von 32 HDV-Patient*Innen, welche sich in verschiedenen Infektions-Stadien befanden, charakterisiert werden. Mit der Ausnahme eines akut mit HDV superinfizierten Patienten konnten ex vivo keine HDV-spezifischen T-Zellantworten per ELISpot nachgewiesen werden. Nach in vitro Expansion und Stimulation war es jedoch möglich, in über 50% der Patient*Innen Virus-spezifische T-Zellantworten gegen ein oder mehrere der HDV-Peptide nachzuweisen; insgesamt wurde eine Mehrzahl der Peptide (17/21) von mindestens einem Patienten erkannt. Interessanterweise gab es keinen signifikanten Unterschied in der Antwortstärke von HDV-PCR+- gegenüber PCR--Patient*Innen. Die HDV-spezifischen Antworten konzentrierten sich hauptsächlich auf drei Epitope, die jeweils von 12-21% der Patient*Innen erkannt wurden – zwei davon MHC Klasse II-restringiert (aa 11-30, aa 41-60) sowie ein MHC Klasse I-restringiertes Epitop (aa 181-210). In vitro HLA-Binding-Assays zeigten multiple HLA-DR-Bindungen der beiden CD4+-T-Zell-spezifischen Epitope (aa 11-30, aa 41-60). Diese umfassende Charakterisierung von HDV-spezifischen T-Zell-Epitopen bildet eine wichtige Grundlage für zukünftige Studien der Immunpathogenese der HDV-Infektion.