Die Musikindustrie befindet sich in einer digitalen Revolution. Seit dem ersten Halbjahr 2005 entwickelten sich Musik-Downloads im deutschen Internetgeschäft positiv. Lange jedoch hat die Industrie die Chance verpasst, diesen Marktumbruch gewinnbringend zu steuern. Noch immer überlässt sie große Teile des Marktes den Nutzern, die weiterhin massenhaft Musikinhalte digitalisieren und (illegal) online und offline distribuieren. Die Musikindustrie verfolgt mittlerweile mehrere Strategien, um das verlorene Terrain zurück zu gewinnen. Dieser Beitrag zeigt jedoch, dass viele der bisher schwerpunktmäßig verfolgten Strategien der Musik-Labels zum großen Teil kontraproduktiv sind. Das juristische Verfolgen von Raubkopierern und Teilnehmern in Peer-to-Peer-Netzwerken führt zu technisch immer weiter ausgereiften Netzwerken, die letztlich nicht mehr zu kontrollieren sind. Stattdessen wird in diesem Beitrag ein Marketing-Zyklus vorgeschlagen, mit dem die Industrie dem zunehmenden Einbruch der Umsätze aus dem Verkauf von CDs entgegen treten kann. Erste Ansätze lassen sich neuerdings auch im Markt beobachten.