Relevanz und Potenziale frugaler Innovationen für Österreich : Studie im Auftrag des Rates für Forschung und Technologieentwicklung, Österreich

Link:
Autor/in:
Verlag/Körperschaft:
Hamburg University of Technology
Erscheinungsjahr:
2018
Medientyp:
Text
Schlagworte:
  • Frugale Innovation
  • Erschwingliche Exzellenz
  • Innovationspolitik
  • Forschungs- und Innovationssystem
  • Österreich
  • Frugal Innovation
  • Affordable Excellence
  • Austria
  • innovation policy
  • 330: Wirtschaft
  • 330
Beschreibung:
  • Diese qualitativ-explorative Studie setzte sich zum Ziel, Potenziale und Relevanz frugaler Innovationen für Österreich zu untersuchen. Mit einem Multimethoden-Ansatz wurden erste Erkenntnisse über den strategischen Imperativ frugaler Innovationen für österreichische Unternehmen gewonnen. Die Studie zeigt, dass einige österreichische Unternehmen bereits jetzt frugale Produkte und Dienstleistungen für Entwicklungs- und Schwellenländer entwickeln. Einige andere vermarkten frugale Lösungen auf dem Heimatmarkt, wo es in bestimmten Teilen der Gesellschaft einen erkennbaren Trend zu freiwilliger Bescheidenheit und moderaten Lebensstilen gibt. Viele Nutzer, insbesondere Senioren, fühlen sich von der (vermeidbaren) Hyperkomplexität technischer Lösungen überfordert und es besteht in Teilen der Gesellschaft der Wunsch, einfachere und robustere Produkte zu verwenden. Produkte und Dienstleistungen, die auf Kernbedürfnisse fokussiert qualitativ hochwertige Leistung mit Erschwinglichkeit verbinden, werden immer wichtiger, um einen anhaltend hohen Lebensstandard weiter gewährleisten zu können, z.B. im Gesundheitswesen. Ferner ist es aus Umweltschutzgründen erforderlich, den Verbrauch immer knapper werdenden Ressourcen weltweit zu reduzieren. Frugale Innovationen können daher einen positiven Beitrag zu den Nachhaltigen Entwicklungszielen („SDGs“) der Vereinten Nationen leisten. Österreich verfügt über eine wettbewerbsfähige, wissensbasierte und F&E-intensive Wirtschaft, die aktiv internationalen Handel betreibt. Ein Großteil der Exporte geht derzeit in andere entwickelte Volkswirtschaften Europas, insbesondere nach Deutschland. Es erscheint ratsam, dass Österreich eine ähnlich starke Marktposition in den ungesättigten, schnell wachsenden Märkten der Schwellenländer wie China und Indien aufbaut. Eine Voraussetzung hierfür sind bezahlbare und zugleich qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten österreichische Unternehmen einen Paradigmenwechsel von der „Technologie der Exklusivität“ hin zur „Technologie der Inklusivität“ vollziehen. Vorteile der Spitzenforschung in so unterschiedlichen Bereichen wie der Digitalisierung, Biotechnologie, Nanotechnologie usw. müssten dahingehend ausgeschöpft werden, dass Unternehmen neben dem Premiumsegment auch Lösungen für das frugale Segment kreieren. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Innovationspolitik in Österreich stärker auf die Förderung frugaler Innovation ausgerichtet werden sollte – von einem rein technologieorientierten Ansatz zu einem umfassenderen und erweiterten Innovationsansatz, der Innovationen in Marketing und Design einschließt. Es erscheint notwendig, das Bewusstsein für die Chancen, Potenziale und Risiken frugaler Innovationen zu schärfen und Unternehmen beim Aufbau frugaler Innovationskapazitäten zu unterstützen. Des Weiteren sollten Forschungs- und Innovationskooperationen mit Schwellenländern, die aufgrund ihrer Marktgröße, ihrer technologischen Leistungsfähigkeit und ihres Zugangs zu offenen globalen Innovationsnetzwerken als Vorreitermärkte frugaler Innovationen fungieren, intensiviert werden. Schließlich sollten die bestehenden regulatorischen Standards und Normen einer kontinuierlichen Kontrolle unterzogen werden, um Übernormierungen zu vermeiden. Werden diese Voraussetzungen erfüllt, ist davon auszugehen, dass Österreich auch künftig seine globale Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbaut und gleichzeitig einen positiven Beitrag zu den globalen Nachhaltigen Entwicklungszielen leistet.
Lizenzen:
  • info:eu-repo/semantics/openAccess
  • http://rightsstatements.org/vocab/InC/1.0/
Quellsystem:
TUHH Open Research

Interne Metadaten
Quelldatensatz
oai:tore.tuhh.de:11420/1751