The Gig Economy’s Days in Europe are numbered:zur EU-Regulierung von digitalen Arbeitsplattformen

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Erscheinungsjahr:
2022
Medientyp:
Text
Beschreibung:
  • Einen Tag nach der Vorstellung des Entwurfs der EU-Richtlinie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei Plattformarbeit am 09. Dezember 2021 beschwor das Online Tech-Magazine Wired das Ende
    der Gig-Economy in Europa (Meaker 2021). Die Richtlinie sei eine große Herausforderung für diese Unternehmen, denn sie berührt einen Grundpfeiler ihres Geschäftsmodells, das Beschäftigungsverhältnis zwischen Plattformen und Menschen. Digitale Arbeitsplattformen, die in der Gig Economy
    Dienstleister und Konsumenten zusammenbringen, operierten bisher unter der Prämisse, dass es sich bei den Dienstleistern um Selbstständige handelt. Die Richtlinie zielt darauf ab, zu klären, ob dies tatsächlich der Fall ist, da an dieser Klassifikation von Menschen, die über Plattformen arbeiten als Selbstständige teilweise erhebliche Zweifel bestehen. Wenn mit dieser Richtlinie vielfach Menschen, die über Plattformen arbeiten zu Angestellten erklärt werden, dann könnte dies ein erhebliches Problem für digitale Arbeitsplattformen darstellen.
    Auch in wissenschaftlicher Literatur wird die Frage gestellt, inwieweit Veränderungen des Beschäftigungsverhältnisses dazu führen, die Gig-Economy zu untergraben (Ewen 2021). Dennoch erscheint zweifelhaft, ob die Tage der Gig-Economy in Europa wirklich gezählt sind. In einem aktuellen Kommentar zum Richtlinienentwurf klingt zum Beispiel der CEO der Essenslieferdienstplattform Deliveroo nicht besorgt über die Zukunft der Branche (Mann und Oliver 2021). Zudem bleibt fraglich, ob die Richtlinie sich auf alle digitalen Arbeitsplattformen gleichermaßen auswirkt. Im Folgenden soll die Frage aufgeworfen werden, was die Richtlinie für die Gig-Economy in Europa bedeuten könnte. Dafür wird zunächst diskutiert, welche Bedeutung die Möglichkeiten zur Gestaltung von Beschäftigungsverhältnissen für digitale Arbeitsplattformen haben. Dann werden unterschiedliche Konzeptionen einer Presumption of Employment dargestellt, die im Vorfeld von unterschiedlichen Akteuren vorgeschlagen
    wurden. Schließlich wird der Richtlinienentwurf genauer betrachtet und bewertend eingeordnet, um zu einer Beurteilung der Auswirkungen für die Gig Economy zu gelangen.
Lizenz:
  • info:eu-repo/semantics/openAccess
Quellsystem:
Forschungsinformationssystem der UHH

Interne Metadaten
Quelldatensatz
oai:www.edit.fis.uni-hamburg.de:publications/525b8aa5-ee9d-4c24-a329-b626c45b8ce7