Nach der Wahl oder vor der Wahl – wer »Entbürokratisierung« auf seine Fahnen schreibt, kann sich des Beifalls der Allgemeinheit sicher sein. Gemeint sind dabei übrigens nahezu immer Staat und Kommunen: Die Frage, ob nicht auch in der Unternehmenswelt Organisationen und Regulierungen zu durchforsten wären, wird eher selten gestellt. Der Autor ist mit seinem Thema seit vielen Jahren und in verschiedenen Rollen befasst, sei es als Landesinnenminister, als Bundesdatenschutzbeauftragter oder als Verwaltungswsissenschaftler. In diesem Beitrag befasst er sich zunächst mit den tiefer liegenden Ursachen von Normen und öffentlichen Einrichtungen, die ja nicht vom Himmel fallen, sondern von verschiedenster Seite gewollt, durchgesetzt und verteidigt werden. Seine Analyse dämpft denn auch allzugroße Hoffnungen auf Bürokratieabbau. Gleichwohl zeigt der Autor eine Reihe von Ansatzpunkten auf, wie bürokratische Auswüchse zurückgeschnitten werden könnten, warnt aber vor zu hohen Erwartungen, was die Erfolge angeht.