Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2004
Medientyp:
Text
Schlagworte:
610 Medizin, Gesundheit
44.83 Rheumatologie, Orthopädie
Rückenschmerz
Krankheitskosten
Konservative Therapie
Bandscheibenvorfall
ddc:610
Rückenschmerz
Krankheitskosten
Konservative Therapie
Bandscheibenvorfall
Beschreibung:
Die lumbale Bandscheibenerkrankung Lumbalgien zählen zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen. Die Aufgabe des niedergelassenen Arztes und insbesondere des Orthopäden ist es, zwischen den verschiedenen Ausprägungsgraden des lumbalen Rückenschmerzes und der lumbalen Bandscheibenerkrankung zu differenzieren und eine angemessene Behandlung durchzuführen. Das Ausmaß der volkswirtschaftlichen Bedeutung (16,9 – 17,6 Milliarden Euro Gesamtkosten pro Jahr in Deutschland) der Rückenschmerzen, bestimmt die Frage nach der effektivsten Form der konservativen Behandlung. Retrospektive Analyse der klinischen Daten von 526 Patienten, die in den Jahren 1993 bis 2000 in einer orthopädischen Gemeinschaftspraxis konservativ wegen einer lumbalen Bandscheibenerkrankung (Protrusion/Prolaps) behandelt wurden. Durch systematische Datenanalyse wurden erhoben : 1. epidemiologische Daten 2. Lokalisation und Ausprägungsgrad der Bandscheibenpathologie 3. Anzahl der Arzt-Patienten-Kontakte 4. Anzahl der durchgeführten Behandlungen differenziert nach physikalischer und medikamentöser Therapie 5. Anzahl und Dauer der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen 6. Angaben in der telefonischen und der postalischen Befragung über Verlauf seit letzter Konsultation (Schmerzen? Dauer? Verlauf?) Ziele dieser Studie waren der Nachweis und die Erhebung prädiktiver Faktoren, die sowohl für den Erfolg der konservativen Behandlung, als auch für den weiteren klinischen Verlauf des lumbalen Bandscheibenleidens bedeutsam sind. Therapeutisch nicht beeinflussbare Begleitumstände in der Behandlung der bandscheiben- bedingten Erkrankungen könnten frühzeitig erfasst werden, wenn die Anamneseerhebung einen größeren Stellenwert als technische Untersuchungen erhielte . Auch unter dem Kostenaspekt könnten gewinnbringende Ergebnisse sowohl für die/den Patienten als auch für die Volkswirtschaft erzielt werden, wenn Risikofaktoren für die Chronifizierung („Yellow Flags“ ) nicht nur festgestellt würden, sondern auch zu verändern wären. Die wichtigsten prädiktiven Faktoren auch in der niedergelassenen Praxis könnten die Arbeitsplatzzufriedenheit, die Selbsteinschätzung der körperlichen und seelischen Belastung sein, sie ergeben retrospektiv eindeutige Anzeichen für eine anhaltende Schmerzempfindung auch Jahre nach Behandlungsabschluss.