Beziehungen statt Staaten sehen: Afghanistan aus inter-asiatischer Perspektive

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Autor/in:
Verlag/Körperschaft:
Institute of Social and Cultural Anthropology at the University of Hamburg
Erscheinungsjahr:
2022
Medientyp:
Text
Schlagworte:
  • Inter-Asien
  • Afghanistan
  • Beziehungen
  • Mobilität
  • Netzwerke
  • ddc:300
Beschreibung:
  • Forschende aus den Geistes- und Sozialwissenschaften haben in den letzten Jahren versucht, Afghanistan mithilfe eines inter-asiatischen Ansatzes zu fassen. Das bedeutet, dass die Aufmerksamkeit weniger isolierten Studien über einzelne Sub-Regionen galt, und stattdessen inter-asiatische Verbindungen, zirkuläre Bewegungen und Vergleiche in den Blick genommen wurden – innerhalb, zwischen und jenseits von asiatischen Kontexten. Solche Ansätze ermöglichen eine interdisziplinäre Asienforschung und stellen die bisher als gegeben angenommenen Grenzen von Nationalstaaten, Kulturräumen und großen aggregierten Gesellschaften in Frage – und auch die Tendenz, Asien mit ‚dem Westen‘ zu vergleichen. Nach dem Rückzug der NATO-Truppen aus Afghanistan 2021 und der erneuten Machtübernahme der Taliban bietet es sich an, die Bedeutung von inter-asiatischen Ansätzen für Afghanistan-Analysen kritisch zu betrachten. Etwa Historiker:innen erkennen zunehmend, dass sich in Afghanistan inter-asiatische kulturelle, politische und ökonomische Dynamiken überschneiden, dem Land aber weiterhin nur eine marginale Bedeutung für die Welt und Asien zugeschrieben wird. Dieser Beitrag baut auf inter-asiatischen Forschungsbeiträgen auf und betont die Bedeutung verschiedener Netzwerke hochmobiler Afghan:innen: Für die Verbindung des Landes zu anderen Regionen, und für die Vermittlung und Rückwirkung politischer Entwicklungen von anderswo auf Afghanistan.
Lizenzen:
  • Copyright (c) 2022 Magnus Marsden
  • https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0
Quellsystem:
Ethnoscripts - Zeitschrift für aktuelle ethnologische Studien

Interne Metadaten
Quelldatensatz
oai:ojs.journals.sub.uni-hamburg.de:article/2009