Gebärdensprachen als bewegte Bilder? : Eine Untersuchung zur Anwendbarkeit von Filmbeschreibungsbegriffen auf bildliche Diskursphänomene in Deutscher Gebärdensprache (DGS)
Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky
Erscheinungsjahr:
2018
Medientyp:
Text
Schlagworte:
Ikonizität
Diskursstrukturen
Deutsche Gebärdensprache (DGS)
sign language
cognitive linguistics
iconicity
film analysis
film studies
400 Sprache, Linguistik
05.12 Kommunikationsprozesse
05.37 Film, Video
18.09 Deutsche Sprache
24.30 Film: Allgemeines
Gebärdensprache
Visuelle Kommunikation
Kognitive Linguistik
Filmanalyse
ddc:400
Gebärdensprache
Visuelle Kommunikation
Kognitive Linguistik
Filmanalyse
Beschreibung:
Gebärdensprachen weisen einen hohen Anteil ikonischer Diskursstrukturen auf, welche sich durch einen szenischen und anschaulichen Charakter auszeichnen und darin an filmische Sequenzen erinnern. Diese lassen sich aufgrund ihrer produktiven Bildhaftigkeit und Kombinierbarkeit nicht befriedigend mit traditionellen linguistischen Begriffen beschreiben. Die Dissertation greift den Topos der Filmähnlichkeit von Gebärdensprachen auf und untersucht systematisch und anhand von Sprachaufnahmen verschiedener Textsorten in Deutscher Gebärdensprache (DGS), wie und mit welchem Erfolg sich filmwissenschaftliche Beschreibungsmittel auf spezifisch gebärdensprachliche Strukturen wie Constructed Action und so genannte Klassifikatorkonstruktionen anwenden lassen. Die Fundierung einer Basisanalogie zwischen filmischen und gebärdensprachlichen Bildern ermöglicht eine Bestimmung und Operatio¬nalisierbarkeit der Filmbegriffe. Der strukturvergleichende Untersuchungsansatz nimmt die ikonischen Diskursstrukturen in Gebärdensprachen aus einer neuen deskriptiven Perspektive in den Blick und stellt filmtheoretische Beschreibungsbegriffe für eine Analyse von gebärdetem Diskurs bereit. Im Fokus liegen die zentralen Beschreibungsparameter der Einstellungs¬größe, Kamerabewegung und Kameraperspektive. Diese Kategorien lassen sich anwenden und passen zum Teil sehr gut auf gebärdensprachliche Gegebenheiten. Grenzen der Anwendung liegen dort, wo der gebärdensprachliche Bildaufbau nicht dem des Films entspricht. Im Ergebnis werden durch diesen begrifflich organisierten Vergleich die gebärdensprachlichen Spezifika in den ikonischen Strukturen deutlich.